ECHO. Stimmen aus der Isolation

Echo-Logo: Schriftzug mit Schallwellen

ECHO. Stimmen aus der Isolation

Was ist ECHO?

Vor über einem Jahr ist eine weltweite Pandemie ausgebrochen.
Deswegen wurde in vielen Ländern ein Lockdown verhängt.
Lockdown ist englisch und wird Lockdaun ausgesprochen.
Es bedeutet, dass alles aktive Leben runtergefahren wird
und Ausgangs-Beschränkungen gelten.
Zur Sicherheit mussten viele Menschen zuhause bleiben.
Alle Menschen sollten nach Möglichkeit auch von Zuhause aus arbeiten.
Viele sind deswegen seitdem von der Außen-Welt und
dem gesellschaftlichen Leben abgeschnitten.
Man nennt dies auch Isolation.
Es fühlt sich an, wie wenn man allein in einer Höhle lebt.
Und es kann sich so anfühlen, als ob der Körper verschwindet und
nur noch die Stimme zurück bleibt.

Diese Stimme hallt dann immer wieder im Raum wie ein Echo.
So wie in dem griechischen Märchen über eine Natur-Göttin namens Echo.
Ihr wurde aus Strafe die Stimme genommen.
Und sie konnte nur die Worte von anderen Menschen wiederholen.

Seit dem Lockdown müssen viele Menschen sich neue Gedanken machen,
wie sie leben, wohnen und arbeiten wollen.
Besonders Menschen mit Behinderung sind vom
gesellschaftlichen Leben noch stärker abgeschnitten als vorher.
Teilhabe-Möglichkeiten sind noch seltener geworden.
Weil viele Menschen mit Behinderung nur noch zuhause sein können,
werden sie von der Gesellschaft kaum mehr wahrgenommen.
Sie werden nicht mehr gesehen und gehört.
Und sie werden auch kaum mehr zu politischen Diskussionen eingeladen.
Es wird jetzt wieder viel mehr über sie gesprochen.
Aber sie kommen selten selbst zu Wort und dürfen mitreden.

Das Projekt ECHO möchte Menschen mit Behinderung
eine Möglichkeit geben sichtbar und hörbar zu werden.
In Form von Interviews können ihre Stimmen gehört werden.

Video in Deutscher Gebärdensprache (DGS)

Warum Echo?

Ein Echo ist eine Wiederholung, aber keine Kopie.
Ein Echo zeigt an, dass schon Jemand vor uns da war.
Durch die Antwort auf ein Echo kann die Kommunikation fortgesetzt werden.
Durch das Echo können wir uns der eigenen Position vergewissern.

Die Webseite ist die digitale „Echo-Kammer“ des Projektes. Hier sind die Interviews mit den Künstler:innen und die Ergebnisse der Publikums-Beteiligung digital und damit überregional sichtbar.

In schwerer Sprache

Seit über einem Jahr leben wir in unseren Höhlen, mehr oder weniger isoliert von der Außenwelt. Wie bei der griechischen Nymphe namens Echo verschwinden unsere Körper allmählich und übrig bleiben nur Stimmen, die in leeren Räumen zwischen kahlen Wänden gespenstisch widerhallen. Leblose Räume, in denen früher Kulturveranstaltungen stattfanden.

Alle Menschen sind durch die Monate im Lockdown mit einem neuen Verhältnis zu Wohnen, Arbeiten und Leben konfrontiert, aber Menschen mit Behinderung sind von der Isolation in vielen Fällen noch stärker betroffen. Für sie sind Teilhabemöglichkeiten noch seltener geworden.

Gleichzeitig sind diese Menschen in der öffentlichen Wahrnehmung und in politischen Debatten kaum präsent. In der Regel wird über sie gesprochen, aber sie kommen selten selbst zu Wort. ECHO möchte ihnen in Form von Interviews eine Stimme geben und zeigen wie unterschiedlich unsere Lebensrealitäten sind.

Neben acht professionellen Künstler:innen mit Behinderung kommen online auch andere Menschen mit und ohne Behinderung zu Wort, die die gleichen Fragen beantworten.

Das Projekt ECHO findet im Kontext des Kunstfestivals 48 Stunden Neukölln statt, das als Plattform der freien Kunstszene in Neukölln ein professionelles Kunstumfeld für das Projekt schafft. Wir haben uns bewusst dafür entschieden, keine klassische Ausstellung in einem Kunstraum zu realisieren. Angesichts der ableistischen Haltungen in der Gesellschaft und der prekären Lage vieler Kulturschaffender, schien es uns dringender, in den öffentlichen Raum zu gehen und in Form von Plakaten eine Öffentlichkeit zu erreichen, die mit den Themen Kunst und Behinderung sonst weniger Berührungspunkte hat. Es wäre unehrlich, das Hamsterrad des Kunstbetriebs weiter zu drehen, als ob wieder alles in Ordnung sei.

Das Team hinter ECHO

Michaela Englert und Dirk Sorge: Idee, Konzeption und Koordination
Alena Kühn: Beratung, Künstler:innen-Begleitung und Organisation
Joshua Gundlach: Illustrationen und Grafik Design

Förderung und Träger

Träger des Projekts ist:

BRAND – Verein für theatrale Feldforschung e.V.
Weserstraße 78
12059 Berlin

Logo Brand e.V.

Das Projekt wird gefördert durch:

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